Was ist eine Customer Data Platform (CDP)?
Eine CDP ist Software, die Kundendaten aus Web, App, E-Mail und Support in einem dauerhaften Profil bündelt und anderen Tools zur Verfügung stellt.
Was ist eine Customer Data Platform (CDP)?
Eine Customer Data Platform (CDP) ist Standardsoftware, die Kundendaten aus vielen Quellen sammelt, zu einem dauerhaften Profil pro Person zusammenführt und diese Profile anderen Systemen zur Verfügung stellt. Das CDP Institute, das den Begriff geprägt hat, definiert die Kategorie als Software, die eine dauerhafte, einheitliche Kundendatenbank aufbaut, auf die andere Systeme zugreifen können.
Die Kategorie gibt es, weil Kundendaten meist in Silos liegen: Analytics, CRM, E-Mail, Support, Werbeplattformen und das Data Warehouse halten jeweils eine Teilkopie mit eigener Vorstellung davon, wer ein "Nutzer" ist. Eine CDP soll der eine Ort sein, an dem diese Kopien zusammengeführt und wieder verteilt werden.
Was eine CDP leistet
Aus der Definition ergeben sich vier Aufgaben:
- Sammeln. Ereignisse und Attribute aus Web- und Mobile-SDKs, serverseitigen APIs, Webhooks, Anbindungen an Tools wie Billing oder Support und aus Massenimporten aufnehmen.
- Identitäten auflösen. Anonyme IDs, Nutzer-IDs, E-Mail-Adressen und Geräte-Kennungen zu einem Profil zusammenführen, damit dieselbe Person am Handy und am Laptop nicht doppelt gezählt wird. In der Praxis ist das der schwierigste Teil, und er gelingt nie perfekt.
- Das Profil speichern. Ereignisse und Merkmale pro Person in einer Datenbank halten, die das Unternehmen abfragen und exportieren kann, statt hinter der Oberfläche eines einzelnen Anbieters eingesperrt zu sein.
- Aktivieren. Zielgruppen, Merkmale und Ereignisse an nachgelagerte Tools senden, etwa Werbeplattformen, E-Mail-Tools, Support-Systeme, eine Personalisierungs-Engine und das Warehouse.
Ein Beispiel
Ein Besucher eines Shops schaut sich anonym ein Produkt an, legt es in den Warenkorb und registriert sich einen Tag später am Handy mit seiner E-Mail-Adresse. Die CDP empfängt die Seitenaufrufe, das Warenkorb-Ereignis und die Registrierung und führt die anonyme Aktivität in das bei der Registrierung angelegte Profil ein. Das Marketing baut ein Segment "in den Warenkorb gelegt, nicht gekauft, letzte sieben Tage". Die CDP überträgt es an das E-Mail-Tool und in eine Zielgruppe der Werbeplattform; kauft die Person, nimmt das nächste Ereignis sie wieder aus dem Segment.
Drei verbreitete Architekturen
- Klassische CDP. Der Anbieter sammelt, speichert und aktiviert die Daten in seiner eigenen Datenbank. Schnell eingerichtet, aber unter Umständen ein weiteres Silo, das synchron gehalten werden muss.
- Composable oder Warehouse-nativ. Ihr Data Warehouse hält das Profil, ein Tool liest daraus und aktiviert in andere Systeme. Das reduziert Datenkopien, verlangt aber ein Datenteam, das die Profil-Logik baut und pflegt.
- In einer Suite gebündelt. Eine CDP, die mit einer Marketing- oder CRM-Suite geliefert wird. Die Aktivierung in diese Suite ist stark, andere Ziele weniger.
Was eine CDP nicht ist
- Kein CRM. Ein CRM unterstützt Vertriebs- und Support-Abläufe rund um bekannte Kontakte. Eine CDP vereinheitlicht Verhaltens- und Identitätsdaten und versorgt andere Tools, darunter das CRM.
- Keine DMP. Eine Data Management Platform arbeitet klassisch mit anonymen, meist Drittanbieter-Daten für Werbe-Targeting. Eine CDP arbeitet mit First-Party-Daten über Ihre eigenen Kunden.
- Kein Analytics-Tool. Analytics-Tools werten Verhalten aus. Eine CDP vereinheitlicht es und leitet es weiter, auch wenn sich beides überschneidet.
- Nicht Ihr Data Warehouse. Das Warehouse speichert alles für die Analyse. Eine CDP ist die operative Schicht für den Kundenkontakt.
Häufige Fehler
- Kaufen, bevor die Anwendungsfälle feststehen. Legen Sie zuerst fest, welche Segmente und Ziele Sie brauchen, und bewerten Sie dann Anbieter danach.
- Identitätsauflösung für sauber halten. Geteilte Geräte, E-Mail-Aliasse und blockierte Cookies hinterlassen echte Lücken. Planen Sie mit teilweisen Treffern.
- Kein Ereignisschema. Ohne abgestimmte Ereignisnamen und Eigenschaften füllt sich die CDP mit uneinheitlichen Daten, denen niemand traut.
- CDP und Warehouse auseinanderdriften lassen. Legen Sie für jedes Feld fest, welches System maßgeblich ist.
- Einwilligung ignorieren. Daten zu erheben heißt nicht, sie für jeden Zweck nutzen zu dürfen. Geben Sie den Einwilligungsstatus mit den Daten weiter.
- Die Pipeline nicht überwachen. Fällt die Erfassung unbemerkt aus, veralten Profile und Segmente schrumpfen, ohne dass ein Fehler auftaucht.
CDPs, Monitoring und Lasttests
LoadFocus ist keine CDP. Relevant wird es nur dort, wo eine CDP Ihre eigene Infrastruktur berührt. Betreiben Sie einen Erfassungs-Endpunkt oder Proxy, über den jeder Seitenaufruf und Klick läuft, kann API-Monitoring ihn regelmäßig prüfen und bei Fehlern oder Verlangsamung alarmieren (siehe API-Monitoring), und ein Lasttest zeigt, ob er Spitzenlast standhält, etwa bei einer Aktion (siehe Load Testing). Eine breitere Checkliste bietet unser Artikel zu Monitoring Best Practices (auf Englisch).
Häufige Fragen: Customer Data Platforms
Brauche ich eine CDP, wenn ich schon ein Data Warehouse habe?
Nicht zwingend. Mit Warehouse und Datenteam lässt sich der Profilaufbau oft im Warehouse lösen, und Sie brauchen nur ein Tool für die Aktivierung. Eine fertige CDP hilft am meisten, wenn Ihnen dieses Team fehlt oder Identitätsauflösung und Aktivierung schnell laufen sollen.
Was ist der Unterschied zwischen CDP und CRM?
Ein CRM verwaltet Kontakte und Deals für Vertrieb und Support. Eine CDP vereinheitlicht Verhaltens- und Identitätsdaten aus vielen Quellen und gibt sie an andere Tools weiter, darunter das CRM.
Wie wird eine CDP bepreist?
Das hängt vom Anbieter ab. Gängige Modelle rechnen nach der Zahl monatlich erfasster Nutzer oder Profile, nach Ereignisvolumen oder nach angebundenen Zielen. Fragen Sie jeden Anbieter, wie der Preis mit Ihrem Traffic wächst, bevor Sie vergleichen.
Ist eine CDP standardmäßig DSGVO-konform?
Nein. Eine CDP kann Werkzeuge für Einwilligung, Datenexport und Löschung bieten, aber Sie müssen sie konfigurieren und die Rechtsgrundlage für jede Nutzung festlegen. Die Konformität hängt davon ab, wie Sie sie einsetzen.
Warum werden CDPs mit First-Party-Daten verbunden?
Eine CDP ist auf Daten ausgelegt, die Sie direkt von Ihren eigenen Kunden erheben, etwa Registrierungen, Käufe und Verhalten im Produkt. Diese Daten dürfen Sie im Rahmen Ihrer Datenschutzhinweise nutzen, anders als Drittanbieter-Cookies, die Browser zunehmend einschränken.
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